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am liebsten draußen – unterwegs

Speicherstadt

Ich überquerte die Domstraße, nahe Schopenstehl zwei verunfallte Autos. Tatü-tata. Ein Auto Totalschaden, FahrerInnen scheinbar gesund. Einzelne wild gestikulierende Fußgänger lügend wie Augenzeugen. Ich bremse ab, wage einen Blick in die beleuchtete Scientology-Kirche zur Rechten.

Klein, stocksteifer gedrungener Gang, blasskrankes Gesicht, ungewaschene Haare, Nichtfrisur – leere braune Augen – der Concierge! Kurzer Blickkontakt. Gänsehaut – Schweißausbruch.

Vierer Pace bergab Richtung Speicherstadt – 3:45er – Kreuzung Dovenfleet. Rote Ampel –  Halt! Nicht noch überfahren werden. Aus einem anfahrenden Auto schallt Kommienezuspadt. Grundgütiger! Haustürschlüssel noch in der Tasche? Check… Tief durchatmen. Tiiieeef durchatmen. Atme ein – der Atem ist der Schlüssel – und atme aus…

 

Morgen geht’s wieder irgendwo in die Heide, da sind nur die Wölfe, Wildschweine und diese drei Frauengestalten oben im Moor. Manchmal. Aber das darf man echt niemandem erzählen.

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15 Kommentare

  1. kat+susann 17. Dezember 2016

    StadtStress-StressStadt. 🤔Kat.

  2. Ule Rolff 18. Dezember 2016

    Da ist dir ein leicht gruseliges, ganz spannendes, dichtes Stimmungsbild gelungen. So kann meine Lieblingsstadt also auch wirken …

    • Pesen 21. Dezember 2016 — Autor der Seiten

      Danke Ule, oh ja, auf mich zum. wirkt die Stadt oftmals mystisch düster, unheimlich. Aber eher aufgrund der Stadtbewohner.

  3. chris 23. Dezember 2016

    Nee, in der Stadt laufen macht keinen Spaß.
    Dann doch lieber Heide und zu den Wölfen.

    • Pesen 24. Dezember 2016 — Autor der Seiten

      Mach ich auch lieber. Zum Glück ist HH recht grün für eine Großstadt.

      • chris 24. Dezember 2016

        z.B. an der Alster…

        • Pesen 24. Dezember 2016 — Autor der Seiten

          Man kann die Stadt von allen Seiten auf Grünwegen durchqueren. Viele Stadtteile gleichen eher Dörfern als einer Stadt. Das ist echt schön. HH ist eher eine große Kleinstadt als eine kleine Großstadt.

          • chris 24. Dezember 2016

            In Frankfurt haben wir den Grüngürtel: dort es gibt Fahrradwege rund um die Stadt, im Süden viel Wald, im Norden auch Anstiege. Der Main ist eine Ader, an dessen Ufern man prima joggen kann und zwar unterhalb der Straßen. Dazu gibt es den Anlagenring, den Palmengarten, botanischen Garten und den riesigen Grüneburgpark mitten in der Stadt. Abgesehen von der inneren City ist Frankfurt also recht grün.

          • Pesen 24. Dezember 2016 — Autor der Seiten

            Frankfurt und besonders Umland ist echt schön, war schon mal da. Und die grüne Sauce, beste! 🙂

          • chris 24. Dezember 2016

            Ja, „grie Soß“, da lebt ein ganzer Stadtteil davon. In Oberrad werden die Kräuter dafür extra auf Feldern angebaut. Natürlich den „Äppelwoi“ nicht zu vergessen, der aber Nordlichtern meist nicht mundet. Ich trinke selbst lieber ein norddeutsches Bier. 😉

  4. Felicitas Sturm 4. Januar 2017

    Wunderschöne Fotos einer wunderschönen Stadt! Wobei auch mir Heide und Wölfe lieber sind…

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