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Frühlingsboten

Die ersten Graureiher sind heute angekommen. Auf dieser lütten Insel im Bramfelder See befindet sich schon traditionell eine Reiherkolonie. Die Reiher scheinen mit den Rallen nahe verwandt zu sein. Im gefiederten Orchester sind sie definitiv für die Disharmonien zuständig. Ich denke immer, jemand fährt mit einer defekten Bremse Fahrrad. Das Qietschgeräusch, wenn der Bremsklotz bei schneller Fahrt ungewollt gegen die Felgen kommt. Qietsch-Krächz. Quietsch-Krächz. Wikipedia dazu: „Reiherkolonien sind sehr lebhaft. Zwischen den Vögeln einer Kolonie herrscht ständiger Streit, da sich die Vögel untereinander das Nistmaterial streitig machen.“ Dafür können Reiher herrlich geräuschlos emporsteigen. In Hamburg trifft man sie sogar in Wohngebieten, man läuft an einem Bach und plötzlich erhebt sich ein Reiher geräuschlos ganz in der Nähe. Wunderschön. Das letzte Mal sah ich einen Graureiher vor ziemlich genau drei Monaten im Stellmoorer Tunneltal, gemeinsam mit einem Seidenreiher.

Ein paar Kanadagänse sind auch schon wieder da. Rechts neben der Insel zu sehen. Noch hält sie das Eis.

Aber das sollte es doch jetzt gewesen sein mit dem Winter?! Es gab wenig Sonnentage und auch keinen Schnee hier im ansonsten kalten Norden.

Kaum ist es sonnig, sieht man überall glückliche Gesichter. Viele Spaziergänger genossen den Ausblick in der Sonne und grüßten einander sogar, obwohl sie sich nicht kannten. Schaut man auf die Polizeinachrichtenseite der Lokalzeitung, möchte man meinen, dass auch die Hamburger zum Streit neigen und einander u.A. Nistmaterial stehlen. Normalerweise geht der Hamburger zum Grüßen, als auch zum Lachen in den Keller. Wenn die Sonne nicht scheint.

Für mich ging es noch weiter um den Friedhof, an der Alster und am Eilbek-Kanal entlang.

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9 Kommentare

  1. kaschpar 16. Februar 2017

    Neulich sah ich einen wohl zu früh gekommenen in Tegel in sein Gefieder geduckt, dass man sich gleich stellvertretend für den Frost schuldig fühlte und im ein Mäntelchen geben hätt wollen. Ich hab mich nicht getraut, ihn zu fotografieren…

    • Pesen 17. Februar 2017 — Autor der Seiten

      Vielleicht hatte der/die ja genug vom sommerlichen Gezänk und nahm Kälte in Kauf, um mal Ruhe zu haben. Könnte ich gut verstehen. 😉 Hast du mal Portraitfotografie probiert, ich glaube, du besitzt die nötige Feinfühligkeit dazu.

      • kaschpar 17. Februar 2017

        Ja, das klingt für mich auch logisch, gut, dass ich ihn nicht genervt habe:-)
        Portrait: Danke dir, ja, Sensibilität hätte ich, aber nicht das Vermögen, jemanden so intensiv zu fixieren … ich zeichne aber, wenn überhaupt (noch), hauptsächlich Portraits nach Fotografien, da scheint doch was dran zu sein, was du sagst 🙂

  2. Arnold 16. Februar 2017

    Hier ist es gerade ähnlich mit dem Frühling. Nach dem extrem harten Januar mit viel Schnee und fast drei Wochen im zweistelligen Minusbereich haben viele genug vom Winter…

    • Pesen 17. Februar 2017 — Autor der Seiten

      Zweistellig ist echt ein bisschen viel… Da macht das Skifahren keinen Spaß. Verbrachte einen ganzen fantastischen Winter im Oberallgäu, werde ich nie vergessen.

  3. Katri 16. Februar 2017

    Das ist schön was, wenn die Sonne scheint, dass die Leute dann wieder offener gucken und man wieder bemerkt, dass man nicht allein unter Brummigen lebt, weil jemand draussen laut lacht. Liebe grüße Kat.

  4. Ule Rolff 16. Februar 2017

    Es scheint wirklich mit dem Winter langsam zuende zu gehen – schon an zwei Tagen konnte ich stundenlang draußen sitzend lesen und schreiben. Aber die Kälte kommt bestimmt noch mal ganz fies zurück: Anfang März macht sie das gern.

  5. ladyfromhamburg 16. Februar 2017

    Schöne Fotos von unterwegs – und von dem herrlichen Wetter, das endlich mal wieder herrschte!
    Du hast diese Vogellaute übrigends sehr treffend (und plastisch) beschrieben! 🙂

    LG Michèle

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